Von Okonomiyaki haben Sie wahrscheinlich schon gehört. Aber Monjayaki? Das bringt viele Japan-Erstbesucher ins Stolpern. Beide Gerichte brauchen eine heiße Eisenplatte, einen Teig und eine Gruppe von Menschen, die sich um einen Tisch drängen. Doch sie schmecken, sehen aus und fühlen sich völlig verschieden an. Dieser Leitfaden schlüsselt alles auf, vom Teig bis zur Art des Essens, damit Sie in jedes Restaurant in Tokyo oder Osaka gehen und genau wissen, was Sie bestellen.
Die kurze Antwort
Nicht sicher, was was ist? Hier ein kurzer direkter Vergleich.
| Monjayaki | Okonomiyaki | |
|---|---|---|
| Textur | Flüssig, klebrig, an den Rändern leicht knusprig | Dick und flaumig, wie ein dichter herzhafter Pfannkuchen |
| Teig | Meist Wasser oder Dashi-Brühe, sehr wenig Mehl | Mehlreich, oft mit Berg-Yamswurzel (Nagaimo) und Ei |
| Zubereitungsart | Einen Ring aus Zutaten bauen, den Teig hineingießen | Alles zusammenmischen und als ein Pfannkuchen braten |
| Wie man isst | Kleiner Metallspachtel, direkt vom Grill | Essstäbchen oder Gabel, meist in Stücke geschnitten |
| Herkunft | Tokyo (Region Kanto) | Osaka und Hiroshima (Regionen Kansai und Chugoku) |
| Kalorien (ca.) | Etwa 250 bis 350 kcal pro Portion | Etwa 400 bis 550 kcal pro Portion |
Neugierig auf die Einzelheiten? Gut. Lesen Sie weiter.
Teig und Zutaten
Beim Teig beginnt alles. Und der Unterschied ist hier dramatisch.
Der Monjayaki-Teig ist fast flüssig. Er wird aus Dashi-Brühe, einer kleinen Menge Weizenmehl und Worcestershire-Sauce gemacht. Roh in der Schüssel sieht er wirklich wie Suppe aus. Als ich ihn zum ersten Mal sah, dachte ich ehrlich, das Restaurant habe einen Fehler gemacht. Er sieht nicht so aus, als würde er je zu etwas Festem garen. Und technisch gesehen wird er das auch nie ganz.
Okonomiyaki ist das Gegenteil. Der Teig ist dick. Die meisten Rezepte verwenden reichlich Weizenmehl, Eier und geriebenes Nagaimo, eine japanische Berg-Yamswurzel. Die Yamswurzel sorgt für diese charakteristische flaumige, fast luftige Textur. Er behält seine Form von dem Moment an, in dem er auf die Platte trifft.
Beide Gerichte setzen stark auf Kohl, der geraspelt und überall untergemischt wird. Beide verwenden außerdem eine große Bandbreite an eiweißreichen Zutaten. Schweinebauch, Garnelen, Tintenfisch und Jakobsmuscheln sind in beiden üblich. Monjayaki bekommt manchmal unerwartete Zutaten wie Mochi (Reiskuchen) oder Mentaiko (scharfer Kabeljaurogen). Moderne Versionen in Tokyo enthalten auch viel geschmolzenen Käse, was eine sehr beliebte Kombination ist.
Okonomiyaki geht bei den Füllungen noch weiter. Die Variante nach Hiroshima-Art schichtet Yakisoba-Nudeln direkt in den Pfannkuchen. Es ist eine ganze Mahlzeit, in einem Gericht gestapelt.
Die Auswahl an Zutaten ist bei beiden praktisch endlos. Diese Flexibilität ist ein Grund dafür, dass sie so lange beliebt geblieben sind.
Zubereitungsmethode
Hier kann Monjayaki beim ersten Mal ein wenig überfordernd wirken. Keine Sorge. Es wird schnell intuitiv.
Für Monjayaki brät man zuerst die festen Zutaten direkt auf der heißen Eisenplatte an. Mit dem kleinen Spachtel bewegt man sie hin und her und gart sie durch. Sind sie fertig, schiebt man die Zutaten zu einem Ring zusammen. Man kann sich das wie den Bau einer kleinen Mauer oder eines kreisförmigen „Burggrabens“ vorstellen. Dann gießt man den flüssigen Teig vorsichtig in die Mitte dieses Rings. Der Ring aus Zutaten wirkt als Barriere und verhindert, dass sich die Flüssigkeit ausbreitet.
Dann wartet man. Der Teig beginnt zu blubbern. Sobald er aktiv blubbert, bricht man die Mauer auf und vermischt alles. Die Mischung gleichmäßig auf dem Grill verteilen. Stehen lassen. Beim Garen verdunstet Feuchtigkeit, und der Teig dickt ein. Unten bildet sich eine dünne, knusprige braune Schicht. Diese Schicht ist die Belohnung.
Okonomiyaki ist viel unkomplizierter. Alle Zutaten werden vor dem Garen direkt in den Teig gemischt. Man gießt die Mischung auf die heiße Platte und formt einen runden, dicken Pfannkuchen. Einmal in der Hälfte der Garzeit wenden. Die Toppings kommen darauf, wenn er von der Hitze genommen wird. Mehr ist es wirklich nicht.
Monjayaki erfordert mehr Aufmerksamkeit und ein wenig Geduld. Der Vorgang selbst gehört zum Spaß, besonders in der Gruppe.
Weitere Einzelheiten dazu, wie Monjayaki in seiner Heimatstadt zubereitet und serviert wird, bietet der Monjayaki-Leitfaden auf Food in Japan mit dem vollständigen Rezept und den Zubereitungsschritten.
Wie man isst
Monjayaki zu essen ist anders als bei jedem anderen Gericht in Japan. Es gibt keinen Teller. Es gibt keine Essstäbchen. Man benutzt einen kleinen Metallspachtel namens „Hagashi“. Damit kratzt man kleine Bissen direkt von der Oberfläche der Eisenplatte. Der Teig ist noch warm, in der Mitte klebrig und an den Rändern leicht knusprig.
Während das Gericht auf der Hitze steht, wird die untere Schicht dunkler und fester. Diese dünne, fast verbrannte Kruste heißt „Senbei“. Viele Stammgäste essen sie zuletzt und halten sie für den besten Teil. Sie ist rauchig, spröde und tief herzhaft. Sie mit dem winzigen Spachtel abzukratzen, ist seltsam befriedigend.
Okonomiyaki ist leichter zugänglich. Ein Koch oder das Personal des Restaurants schneidet es am Tisch meist in Stücke. Man nimmt die Stücke mit Essstäbchen oder Gabel. Die Toppings kommen vor dem Servieren darauf: eine süß-herzhafte Sauce, japanische Mayonnaise, getrocknete Bonitoflocken, die in der Hitze wehen, und Aonori (grünes Algenpulver).
Das eine Gericht lädt dazu ein, sich ein wenig schmutzig zu machen und mitzumachen. Das andere bietet ein saubereres, berechenbareres Erlebnis. Beide sind unbedingt eine Erfahrung wert.
Herkunft und Kultur
Diese beiden Gerichte stammen von entgegengesetzten Enden Japans. Diese Geografie ist wichtiger, als man denkt.
Monjayaki hat seine Wurzeln im Tokyoter Stadtzentrum. Es entstand wahrscheinlich in der Meiji-Zeit, etwa Ende des 19. Jahrhunderts, als billiger Snack, der in „Dagashiya“ verkauft wurde. Das waren kleine Süßwarenläden, die vor allem Kinder bedienten. Die Kinder benutzten den klebrigen Teig, um Buchstaben auf die Platte zu malen. Diese Gewohnheit gab dem Gericht seinen ursprünglichen Namen: „Mojiyaki“, was „gegrillte Buchstaben“ bedeutet.
Heute ist Tsukishima im Bezirk Chuo in Tokyo die geistige Heimat von Monjayaki. Im Viertel gibt es eine ganze Straße voller Monjayaki-Restaurants. Die Einheimischen nennen sie Monja Street, und sie ist für jeden Feinschmecker in der Stadt ein echtes Muss.
Okonomiyaki gehört nach Westjapan. Die zwei berühmtesten Varianten stammen aus Osaka und Hiroshima.
Okonomiyaki nach Kansai-Art aus Osaka ist die Variante, an die die meisten denken. Alle Zutaten werden vor dem Grillen in den Teig gemischt. Er ist dick, eierreich und tief tröstlich. In Osaka ist es ein Alltagsgericht, kein Gericht für besondere Anlässe.
Okonomiyaki nach Hiroshima-Art ist anders aufgebaut. Der Koch schichtet jede Komponente einzeln auf die Platte: zuerst der Teig, dann Kohl, dann Schweinefleisch, dann Nudeln, dann Ei. Das Ergebnis ist höher, dichter und wohl beeindruckender beim Zusehen.
Beide Okonomiyaki-Arten gehören zu einer breiteren japanischen Esstradition, die sich um Gerichte aus Mehl dreht. Diese Tradition heißt „Konamon“, ein Wort aus dem Dialekt von Osaka. Wer verstehen möchte, wie Monjayaki, Okonomiyaki und verwandte Gerichte in das größere Bild der japanischen Street-Food-Kultur passen, findet im Konamon-Leitfaden auf Food in Japan einen guten Einstieg.
Kalorien und gesunde Wahl
Kalorien kommen überraschend oft zur Sprache, wenn Reisende nach diesen beiden Gerichten fragen. Besonders bei denen, die ein paar Wochen in Japan sind und jeden einzelnen Tag auswärts essen.
Monjayaki ist die leichtere Option. Eine typische Portion enthält etwa 250 bis 350 Kalorien. Der Teig besteht größtenteils aus Wasser, was eine relativ geringe Kaloriendichte bedeutet. Mit Meeresfrüchten und Gemüse als Toppings sinken die Werte weiter. Die Varianten mit Käse und Mochi sind deutlich gehaltvoller. Wer also aufpassen will, lässt diese Zugaben weg.
Okonomiyaki hat pro Portion mehr Kalorien. Bei einer Standardportion kann man mit etwa 400 bis 550 Kalorien rechnen. Der dichtere Teig, die Eier und die eiweißreichen Füllungen summieren sich schnell. Die Variante nach Hiroshima-Art mit einer ganzen Portion Nudeln im Inneren kann noch höher liegen.
Dennoch ist keines der beiden Gerichte ungesund, wie es frittierte Speisen oft sind. Beide werden auf der Eisenplatte zubereitet, was im Vergleich zum Frittieren nur minimal Öl erfordert. Kohl ist in beiden das wichtigste Gemüse und enthält viele Ballaststoffe und viel Wasser. Nach japanischen Maßstäben sind dies recht ausgewogene Optionen.
Wenn Kalorienkontrolle eine Priorität ist, gehört Monjayaki mit Meeresfrüchte-Toppings wirklich zu den besseren Optionen in einem Teppan-Restaurant. Genießen Sie es nur langsam. Es ist zu gut, um es hinunterzuschlingen.
Welches sollten Sie in Japan probieren?
Ehrlich gesagt? Beide. Wenn aber die Zeit oder der Platz im Magen begrenzt ist, hilft diese Entscheidungshilfe.
Wählen Sie Monjayaki,
wenn
Sie ein Essen lieben, das sich wie ein Ereignis für sich anfühlt. Mit Freunden um einen heißen Grill zu sitzen, gemeinsam etwas zu bauen und mit einem winzigen Metallspachtel direkt von der Platte zu essen – das ist Ihr idealer Abend. Statt einer schweren Mahlzeit suchen Sie etwas Leichtes, Snackartiges, das sich gut zu Getränken teilen lässt. Es hilft auch, wenn Sie sich von der nostalgischen Stimmung in Tokyos älteren Vierteln angezogen fühlen.
Wählen Sie Okonomiyaki,
wenn
Sie eine sättigende, befriedigende Mahlzeit suchen. In Osaka oder Hiroshima ist es eine großartige Möglichkeit, wie die Einheimischen zu essen. Durch die strukturiertere Zubereitung wirkt das Erlebnis sauberer und geradliniger. Erwarten Sie kräftige, umamireiche Aromen, die ein vollständiges und herzhaftes Gericht ergeben.
Ideal ist es, Monjayaki in Tokyo zu probieren und sich dann nach Westen aufzumachen, um Okonomiyaki in Osaka oder Hiroshima zu essen. Jedes Gericht ergibt viel mehr Sinn, wenn man es in der Stadt isst, zu der es gehört. Die Atmosphäre, die Menschen, die es zubereiten, und sogar die Zutaten wirken anders.
Wenn Sie keines von beiden je probiert haben und zuerst in Tokyo landen, beginnen Sie mit Monjayaki in Tsukishima. Das Viertel ist für sich genommen einen Besuch wert. Die Street-Food-Kultur dort ist herzlich, unprätentiös und wirklich unterhaltsam.
Quellen
- Food in Japan: Monjayaki (もんじゃ焼き)
- Food in Japan: Okonomiyaki nach Kansai-Art
- Food in Japan: Okonomiyaki nach Hiroshima-Art
- Food in Japan: Die Welt der Konamon


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