Food-Guide Chugoku
Okonomiyaki · Austern · Fugu
Chugoku nimmt die westlichste Spitze von Honshu ein. Die Region umfasst fünf Präfekturen: Hiroshima, Okayama, Yamaguchi, Tottori und Shimane. Sie liegt zwischen zwei Meeren. Im Süden liegt die Seto-Inlandsee. Im Norden erstreckt sich das Japanische Meer. Diese doppelte Küstenlage prägt eine der vielfältigsten Esskulturen Japans.
Kurzinfos zur Küche Chugokus
| Region: | Chugoku (westliches Honshu) |
|---|---|
| Präfekturen: | Hiroshima, Okayama, Yamaguchi, Tottori, Shimane |
| Wichtigste Städte: | Hiroshima, Okayama, Yamaguchi, Tottori, Matsue |
| Bekannte Gerichte: | Okonomiyaki aus Hiroshima, Fugu, Anago Meshi, Matsuba-Krabbe |
| Typischer Geschmack: | Von frischen Meeresfrüchten geprägt, mit starken regionalen Gegensätzen |
| Stichwort zur Esskultur: | San’in und San’yo, die beiden Küstenkulturen, die die Region prägen |
| Bekannte Zutaten: | Austern, Fugu, Meeraal, Matsuba-Krabbe, Obst aus Okayama |
Was macht die Küche Chugokus so besonders?
Zwei Küsten, zwei kulinarische Welten
Chugoku liegt an zwei völlig unterschiedlichen Meeren. Die Seto-Inlandsee im Süden ist ruhig und nährstoffreich. Sie liefert hervorragende Austern, Meerbrassen und Meeraale. Das Japanische Meer im Norden ist kalt und tief. Es liefert erstklassige Schneekrabben, Gelbschwanzmakrelen und Roten Seebarsch.
San’yo und San’in
Die San’yo-Seite spiegelt den Einfluss des nahen Kansai wider. Ihre Küche ist verfeinert, von Meeresfrüchten geprägt und mit der Stadtkultur Hiroshimas und Okayamas verbunden. Die San’in-Seite ist wilder und rustikaler. Tottori und Shimane pflegen eine eigenwilligere kulinarische Identität, die in Krabben und fermentierten Zutaten wurzelt.
Hiroshimas übergroßer Einfluss
Hiroshima bestimmt einen Großteil des landesweiten kulinarischen Rufs Chugokus. Sein geschichteter Okonomiyaki-Stil löste eine der langlebigsten Essensdebatten Japans aus. Seine Austernindustrie beliefert Restaurants im ganzen Land. Und seine Kultur rund um den Meeraal Anago schenkte Japan eines seiner bekanntesten Bento-Gerichte.
Berühmte Gerichte aus Chugoku, die Sie probieren sollten
Die Küche Chugokus reicht von Hiroshimas berühmtem geschichtetem Pfannkuchen bis zu Yamaguchis begehrtem Kugelfisch. Hier sind die wichtigsten Gerichte, die jeder Besucher entdecken sollte.
Okonomiyaki nach Hiroshima-Art
Okonomiyaki nach Hiroshima-Art prägt die kulinarische Identität der Stadt. Anders als bei der gemischten Osaka-Variante bauen Köche in Hiroshima das Gericht in klar getrennten Schichten auf. Sie beginnen mit einem dünnen Crêpe-Boden. Darauf kommen geschnittener Kohl, Schweinefleisch und Bohnensprossen. Dann folgt eine volle Portion Yakisoba-Nudeln. Ein Spiegelei krönt den fertigen Stapel.
Das Ergebnis ist höher und gehaltvoller als jeder andere Okonomiyaki-Stil. Die Einwohner Hiroshimas essen es mit glühendem Lokalstolz. Im Gebäude Okonomi-mura befinden sich Dutzende Restaurants auf mehreren Etagen. Ein Besuch dort ist eines der großen gemeinschaftlichen Esserlebnisse Japans.
Fugu
Fugu ist das am strengsten regulierte Meeresprodukt Japans. Die Präfektur Yamaguchi, insbesondere Shimonoseki, gilt als Fugu-Hauptstadt des Landes. Lizenzierte Köche bereiten den Kugelfisch mit großem Geschick zu. Sie servieren ihn als hauchdünnes Sashimi namens Tessa, im Eintopf namens Tecchiri und frittiert als Kara-age.
Fugu hat einen feinen, klaren Geschmack und eine charakteristisch feste Textur. Das leichte Kribbeln auf den Lippen gehört zum Erlebnis. Shimonoseki handelt die größte Menge an Fugu in Japan. Die Stadt ist ungemein stolz auf ihre Zubereitungstraditionen.
Anago Meshi
Anago Meshi ist eine Spezialität aus Hiroshima, die in ganz Japan beliebt ist. Meeraal wird über Holzkohle gegrillt und mit süß-herzhafter Tare glasiert. Serviert wird er auf gewürztem Reis in einer Holzschachtel. Das Gericht stammt aus Miyajima, der Insel, die für ihr schwimmendes Torii berühmt ist. Bento-Boxen mit Anago Meshi aus Miyajima wurden in der Meiji-Zeit zu einem der gefeiertsten Bahnhofsgerichte Japans.
Matsuba-Krabbe
Die Matsuba-Krabbe ist Tottoris begehrteste Winterdelikatesse. Diese Schneekrabbe aus dem Japanischen Meer verdankt ihren Premiumstatus ihrer außergewöhnlichen Süße und zarten Textur. Die Fangsaison dauert von November bis März. Restaurants servieren sie den ganzen Winter über gekocht, als Sashimi, gegrillt und im Eintopf.
Onomichi-Ramen
Onomichi-Ramen stammt aus der historischen Hafenstadt Onomichi. Die Brühe verbindet Sojasauce mit einem kräftigen Auszug aus kleinen getrockneten Fischen aus der Seto-Inlandsee. Flache, leicht gewellte Nudeln liegen unter dem typischen Topping aus gehacktem Rückenfett vom Schwein. Das Fett schmilzt beim Essen in die Brühe und macht jeden Bissen gehaltvoller.
Okayama-Barazushi
Okayama-Barazushi ist einer der optisch eindrucksvollsten regionalen Sushi-Stile Japans. Bunte Beläge werden über ein breites, flaches Bett aus Essigreis gestreut. Meeresfrüchte aus der Seto-Inlandsee, saisonales Gemüse und Ei vereinen sich zu einem Gericht für festliche Anlässe. Es spiegelt den historischen Reichtum Okayamas an Erzeugnissen aus Meer und Land wider.
Iwakuni-Sushi
Iwakuni-Sushi stammt aus der Burgstadt Iwakuni in Yamaguchi. Schichten aus Essigreis, Fisch und Gemüse werden in eine große Holzform gepresst. Der Block wird zum Servieren in dicke Stücke geschnitten. Das Gericht wirkt optisch stark und ist tief in der lokalen Festkultur verwurzelt.
Kibi Dango
Kibi Dango ist die berühmteste Süßigkeit Okayamas. Diese kleinen, weichen, Mochi-ähnlichen Kugeln werden aus Hirse- und Reismehl hergestellt. Ihr Name ist mit dem Märchen von Momotaro verbunden, das aus Okayama stammt. Jeder Besucher der Stadt geht mit einer Schachtel unter dem Arm nach Hause.
Gerichte aus Chugoku, die man probieren sollte

Okonomiyaki nach Hiroshima-Art (広島風お好み焼き)
Typisches Gericht aus Chugoku
Okonomiyaki nach Hiroshima-Art (広島風お好み焼き) →



Berühmte Zutaten aus Chugoku
Austern aus Hiroshima
Die Bucht von Hiroshima erzeugt mehr Austern als jedes andere Gebiet Japans. Die ruhige, nährstoffreiche Seto-Inlandsee bietet ideale Wachstumsbedingungen. Austern aus Hiroshima sind prall, cremig und intensiv im Geschmack. Es gibt sie gegrillt, frittiert, im Eintopf und roh auf Märkten.
Fugu (Kugelfisch)
Die Präfektur Yamaguchi handelt die größte Menge an Fugu in Japan. Der Karato-Markt in Shimonoseki verarbeitet Fugu aus dem ganzen Land. Lizenzierte Köche bereiten ihn mit strenger Präzision zu. Der Fisch hat einen klaren, feinen Geschmack und eine feste, seidige Textur.
Meeraal (Anago)
Die Seto-Inlandsee liefert außergewöhnlichen Meeraal. Köche in Hiroshima grillen ihn über Holzkohle und glasieren ihn mit süßer Tare. Anders als Süßwasseraal hat Meeraal einen leichteren, feineren Geschmack. Er spielt die Hauptrolle im berühmten Anago Meshi aus Miyajima und in Sushi-Restaurants der ganzen Region.
Matsuba-Krabbe
Die Präfekturen Tottori und Shimane fangen einige der besten Schneekrabben Japans. Die Matsuba-Krabbe erzielt für ihr süßes, zartes Fleisch Spitzenpreise. Durch die winterliche Fangsaison ist sie eine der am sehnlichsten erwarteten Zutaten der kalten Jahreszeit in Japan.
Obst aus Okayama
Die Präfektur Okayama hat sich den Titel des Obstkönigreichs Japans verdient. Das milde, sonnige Klima und der fruchtbare Boden bringen außergewöhnliche weiße Pfirsiche und Pione-Trauben hervor. Dieses Obst setzt den Maßstab für den Anbau von Premiumobst in Japan.
Tofu-Chikuwa
Tofu-Chikuwa ist eine Zutat, die es so nur in Tottori gibt. Die Hersteller vermischen Tofu mit weißem Fisch und formen daraus einen röhrenförmigen gedämpften Kuchen. Er ist leichter und weicher als gewöhnliches Chikuwa. Die Einheimischen essen ihn gegrillt, geschmort oder kalt in Scheiben als Snack.
Die Geschichte der Esskultur Chugokus
Hiroshimas kulinarisches Erbe
Die Esskultur Hiroshimas baute sich nach dem Zweiten Weltkrieg mit bemerkenswerter Energie wieder auf. In der ganzen Stadt entstanden Okonomiyaki-Stände mit günstigem, sättigendem Essen für die Bewohner. Aus diesen bescheidenen Anfängen entwickelte sich der geschichtete Hiroshima-Stil. Er wurde zu einer Quelle tiefen Bürgerstolzes. Heute ist Okonomiyaki aus Hiroshima international eines der bekanntesten Regionalgerichte Japans.
Der Reichtum der Burgstadt Okayama
Okayama entwickelte sich in der Edo-Zeit zu einer wohlhabenden Burgstadt. Das milde Klima an der Seto-Inlandsee begünstigte außergewöhnliche Landwirtschaft und Fischerei. Dieser Reichtum trieb die Entwicklung aufwendiger Festgerichte wie Barazushi voran. Okayama-Barazushi diente ursprünglich dazu, bei Festen den landwirtschaftlichen und maritimen Reichtum der Region zur Schau zu stellen.
Die Hafenkultur Yamaguchis
Die Präfektur Yamaguchi entwickelte durch ihre Lage an der Kanmon-Straße eine anspruchsvolle Esskultur. Schiffe, die die westlichen Häfen Japans verbanden, fuhren ständig hindurch. Dadurch hatte Shimonoseki früh Zugang zu Fugu in großer Menge. Die Fugu-Kultur entwickelte sich zu einer formellen kulinarischen Tradition mit strengen Lizenz- und Zubereitungsstandards.
San’in: Abgeschiedenheit und Handwerk
Die Region San’in entwickelte sich relativ abgeschieden von den großen Handelswegen. Das brachte die Gemeinden in Tottori und Shimane dazu, ausgeprägt lokale Esstraditionen zu entwickeln. Die Kultur des Krabbenfangs, fermentierte Lebensmittel und der kreative Umgang mit einfachen Zutaten wie Tofu spiegeln diese Geschichte wider. Es ist eine Esskultur, die in Einfallsreichtum und Unabhängigkeit wurzelt.
Genussstädte in Chugoku

Hiroshima — Okonomiyaki und Austern
Hiroshima ist die kulinarische Hauptstadt Chugokus. Im Gebäude Okonomi-mura befinden sich Dutzende Okonomiyaki-Restaurants auf mehreren Etagen. Die Bucht von Hiroshima liefert einige der besten Austern Japans. Die nahe Insel Miyajima ist der Geburtsort von Anago Meshi. Der malerische Hafen von Onomichi ergänzt die kulinarische Geschichte der Stadt um eine reiche Ramen-Kultur.
Okayama — Sonne, Obst und Sushi
Okayama verbindet die beste Obstkultur Japans mit einer reichen Meeresfrüchtetradition der Seto-Inlandsee. Das historische Viertel Kurashiki bietet eine wunderschöne Kulisse, um lokale Spezialitäten zu probieren. Okayama-Barazushi, Ebi Meshi (Garnelenreis) und Kibi Dango spiegeln eine Region wider, die echten Stolz auf ihre Esskultur hat.
Shimonoseki und Yamaguchi — die Fugu-Hauptstadt
Shimonoseki handelt mehr Fugu als jeder andere Ort in Japan. Der Karato-Markt am Hafen ist einer der lebendigsten Fischmärkte Japans. Besucher können Fugu-Sashimi direkt an den Marktständen kaufen. Iwakuni-Sushi steht für die ruhigeren Esstraditionen der Burgstädte im Landesinneren Yamaguchis.
Tottori — Krabben und einzigartige lokale Speisen
Tottori liegt an der Küste des Japanischen Meeres. Die Esskultur dreht sich um die Winterkrabbe. Die Saison der Matsuba-Krabbe von November bis März lockt Besucher aus ganz Japan an. Tofu-Chikuwa ist das unverwechselbarste Alltagsessen der Stadt. Die berühmten Sanddünen von Tottori bilden eine außergewöhnliche Kulisse für eine ganz eigene Esskultur.
Matsue — die verfeinerte Esskultur Shimanes
Matsue in Shimane liegt am Shinji-See. Der See ist eines der ertragreichsten natürlichen Fischgründe Japans. Er liefert Shijimi-Muscheln, Wolfsbarsch und Aal von hervorragender Qualität. Matsue hat eine lange Tradition der Teezeremonie. Sie prägte die verfeinerte Wagashi-Tradition der Stadt. Matsue ist eine der am wenigsten besuchten und zugleich lohnendsten Genussstädte Japans.
Kulinarische Karte von Chugoku

Hiroshima ist der Ankerpunkt an der Küste der Seto-Inlandsee. Es führt mit Okonomiyaki, Austern und der Kultur rund um den Meeraal. Weiter östlich bietet Okayama Barazushi, außergewöhnliches Obst und Meeresfrüchte aus der Seto-Inlandsee. An der Westspitze führen Shimonoseki und Yamaguchi die Fugu-Kultur Japans an. An der nördlichen San’in-Küste erzeugt Tottori Matsuba-Krabben und Tofu-Chikuwa. Shimane vervollständigt die Runde mit Meeresfrüchten aus dem Shinji-See und einer verfeinerten Wagashi-Tradition, die in Jahrhunderten der Teekultur wurzelt.
Warum Chugoku ein Paradies für Genießer ist
Eine Reise entlang zweier Küsten
Chugoku bietet auf kompaktem Raum eine bemerkenswerte Vielfalt. Man kann in Hiroshima mit geschichtetem Okonomiyaki und frischen Austern beginnen. Dann geht es hinüber nach Miyajima zu Anago Meshi neben dem schwimmenden Torii. Eine kurze Fahrt nach Osten führt nach Okayama zu Barazushi und erstklassigen weißen Pfirsichen.
Von Fugu bis Krabbe
Weiter westlich gibt es in Shimonoseki Fugu-Sashimi auf dem Karato-Markt. Entlang der Küste nach Norden bietet Tottori im Winter Matsuba-Krabbe und ganzjährig Tofu-Chikuwa. Nur wenige Regionen Japans bieten auf einer einzigen Genussreise so viel echte Vielfalt.
Weitere Gerichte aus Chugoku entdecken
- Okonomiyaki nach Hiroshima-Art — Hiroshimas berühmter geschichteter herzhafter Pfannkuchen mit Yakisoba-Nudeln.
- Fugu — Yamaguchis berühmter, sorgfältig zubereiteter Kugelfisch.
- Anago Meshi — Miyajimas gefeierte Reisschachtel mit Meeraal.
- Matsuba-Krabbe — Tottoris begehrte winterliche Schneekrabbe aus dem Japanischen Meer.
- Onomichi-Ramen — Kräftige Ramen mit Soja und Rückenfett aus dem Hafen von Onomichi.
- Okayama-Barazushi — Okayamas buntes gestreutes Sushi für festliche Anlässe.
- Kibi Dango — Okayamas beliebte Süßigkeit aus Hirse- und Reismehl.
- Iwakuni-Sushi — Yamaguchis Tradition des gepressten Sushis aus der Burgstadt.
- Momiji Manju — Hiroshimas Süßigkeit in Ahornblattform aus Miyajima.
- Tofu-Chikuwa — Tottoris einzigartige Spezialität aus Tofu und Fischpaste.
Weitere japanische Regionalküchen entdecken
Die Regionalküchen Japans unterscheiden sich je nach Klima, Geschichte und lokalen Zutaten stark. Wenn Ihnen dieser Einblick in die Küche Chugokus gefallen hat, entdecken Sie Gerichte aus anderen Regionen Japans.
- Food-Guide Hokkaido – Meeresfrüchte, Ramen und Milchspezialitäten von Japans nördlicher Insel.
- Food-Guide Tohoku – Herzhafte Wintergerichte und regionale Spezialitäten aus dem nördlichen Honshu.
- Food-Guide Kanto – Die lebendige Esskultur Tokios und berühmte Regionalgerichte.
- Food-Guide Chubu – Nagoya Meshi, die Küche Kanazawas und die vielfältige Küche Zentraljapans.
- Food-Guide Kansai – Klassiker wie Takoyaki, Kaiseki und das Streetfood Osakas.
- Food-Guide Kyushu – Kräftige Ramen, frische Meeresfrüchte und Spezialitäten aus dem Süden Japans.
- Food-Guide Shikoku – Sanuki-Udon, Katsuo no Tataki und die Inselküche Shikokus.
Quellen
- Hiroshima Prefecture Tourism (https://visithiroshima.net/en/)
- Okayama Prefecture Tourism (https://www.okayama-japan.jp/en/)
- Yamaguchi Prefecture Tourism (https://yamaguchi-tourism.jp/en/)
- Tottori Prefecture Tourism (https://www.tottori-tour.jp/en/)
- Shimane Prefecture Tourism (https://www.kankou-shimane.com/en/)
FAQ zum Food-Guide Chugoku
Wofür ist Chugoku kulinarisch berühmt?
Die Region ist berühmt für geschichtetes Okonomiyaki aus Hiroshima, pralle Austern, erstklassiges Obst aus Okayama, Fugu (Kugelfisch) aus Yamaguchi und Matsuba-Krabbe.
Welche Präfekturen gehören zur Region Chugoku?
Die Region besteht aus den Präfekturen Hiroshima, Okayama, Yamaguchi, Tottori und Shimane.
Was macht die Küche Chugokus besonders?
Die Region hat eine doppelte Esskultur: eine milde Küche mit vielen Zitrusfrüchten und Austern an der Seto-Inlandsee und eine herzhafte Küche mit Meeresfrüchten aus kaltem Wasser am Japanischen Meer.
Welche Jahreszeit eignet sich kulinarisch am besten für einen Besuch in Chugoku?
Der Winter ist unübertroffen für Austern aus Hiroshima, Krabben aus Tottori und Fugu aus Yamaguchi. Der Sommer ist dagegen die beste Zeit für Okayamas Pfirsiche und Trauben von Weltklasse.
Was ist Okonomiyaki nach Hiroshima-Art, und wie unterscheidet es sich von der Osaka-Art?
Statt die Zutaten wie in Osaka in den Teig zu mischen, garen Köche in Hiroshima die Zutaten sorgfältig in getrennten Schichten (Crêpe, Kohl, Fleisch, Nudeln und Ei).
Warum werden für Okonomiyaki aus Hiroshima Yakisoba-Nudeln verwendet?
Während der Lebensmittelknappheit nach dem Zweiten Weltkrieg gaben die Einheimischen günstige Yakisoba- oder Udon-Nudeln zu ihren dünnen Gemüse-Crêpes, um eine sättigendere, gehaltvollere Mahlzeit zu bekommen.
Was ist Anago Meshi, und wo sollte ich es essen?
Zarter, mit Soja glasierter gegrillter Meeraal auf würzigem Reis. Miyajimaguchi, das Tor zur Insel Miyajima in Hiroshima, ist der ideale Ort dafür.
Was ist Onomichi-Ramen?
Kräftige Sojasaucen-Ramen mit flachen Weizennudeln, einer vollmundigen Fischbrühe aus der Seto-Inlandsee und charakteristisch herzhaften Stückchen Rückenfett vom Schwein, die auf der Suppe schwimmen.
Was ist Momiji Manju aus Hiroshima?
Ein berühmter Biskuitkuchen in Ahornblattform, traditionell mit süßer roter Bohnenpaste gefüllt; moderne Läden bieten inzwischen auch Füllungen mit Matcha, Vanillecreme und Schokolade an.
Was ist Kure Kaiji Curry?
Ein herzhaftes Curry, das ursprünglich bei den Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräften Japans in Kure serviert wurde. Heute stellen örtliche Restaurants die geheimen Rezepte bestimmter Marineschiffe originalgetreu nach.
Wofür ist Okayama kulinarisch berühmt?
Okayama ist berühmt für saftige weiße Pfirsiche, Muskattrauben, Kibi-Dango-Süßigkeiten, Mamakari-Fisch und üppiges Barazushi.
Was ist Okayama-Barazushi?
Ein üppiges, buntes gestreutes Sushi. In der Edo-Zeit versteckten die Einheimischen die luxuriösen Meeresfrüchte und das Ei geschickt unter dem Reis, um die Sparsamkeitsgesetze der Samurai zu umgehen.
Was ist Mamakari, und wie isst man ihn?
Eine kleine eingelegte Japanische Alse. Der Name besagt, dass sie so köstlich ist, dass man sich bei den Nachbarn „Reis leihen“ (mama-kari) muss, um weiterzuessen.
Was ist Kibi Dango aus Okayama?
Ein weiches, süßes Klößchen aus Hirse, berühmt geworden durch den lokalen Sagenhelden Momotaro (den Pfirsichjungen), der damit seine treuen tierischen Gefährten gewann.
Für welches Obst ist Okayama berühmt?
Die als „Sonnenschein-Präfektur“ bekannte Region erzeugt außergewöhnlich süße Premium-Hakuto (weiße Pfirsiche), Shine-Muscat-Trauben und große Pione-Trauben.
Was ist Fugu (Kugelfisch), und wo ist er in Chugoku berühmt?
Eine hoch geschätzte Delikatesse, bekannt für ihr festes, durchscheinendes Sashimi. Die Stadt Shimonoseki in der Präfektur Yamaguchi gilt als historische Fugu-Hauptstadt Japans.
Ist es gefährlich, Fugu zu essen?
Wilder Fugu enthält zwar tödliche Giftstoffe, doch im Restaurant ist er äußerst sicher. Nur hervorragend ausgebildete, gesetzlich lizenzierte Köche dürfen ihn zubereiten.
Was ist die Matsuba-Krabbe aus Tottori?
Die erstklassige Marken-Schneekrabbe (Männchen), die im Winter im Japanischen Meer gefangen wird, geschätzt für ihr süßes, dichtes Fleisch und die gehaltvolle Krabbenpaste.
Was ist Tofu-Chikuwa aus Tottori?
Ein gesunder, gedämpfter röhrenförmiger Fischkuchen, vermischt mit lokalem Tofu. Die Einheimischen erfanden ihn vor Jahrhunderten, als frischer Fisch knapp und teuer war.
Was ist Iwakuni-Sushi aus Yamaguchi?
Ein riesiger, vielschichtiger gepresster Sushi-Kuchen. Historisch bereiteten Köche dieses farbenfrohe, quadratisch geschnittene Gericht als haltbare Kampfration für Samurai zu.
Für welche Austern ist Hiroshima berühmt?
Hiroshima erzeugt über 60 % der japanischen Austern. In der ruhigen, nährstoffreichen Seto-Inlandsee werden sie groß, prall und unglaublich reich an Umami.
Welche Meeresfrüchte sind an der Seto-Inlandsee in Chugoku berühmt?
Die ruhigen Gewässer liefern süße Austern aus Hiroshima, zarten Anago (Meeraal) aus Miyajima, bissfesten Oktopus aus Mihara und erstklassige Meerbrasse.
Welche traditionellen Süßigkeiten sind in Chugoku berühmt?
Probieren sollte man Momiji Manju aus Hiroshima, Kibi Dango aus Okayama und Inaba no Shiro Usagi aus Tottori (süße gebackene Küchlein in Form mythischer Hasen).
Welcher Sake ist in Hiroshima berühmt?
Saijo in Hiroshima ist einer der führenden Sake-Brauorte Japans. Die Brauer verwenden besonders weiches Wasser und erzeugen damit eleganten, leicht süßen und sehr aromatischen Sake.
Was ist der Unterschied zwischen Okonomiyaki aus Hiroshima und aus Osaka?
Die Osaka-Art ist ein dicker, lockerer Pfannkuchen, bei dem die Zutaten vermischt werden. Bei der Hiroshima-Art wird ein Berg gedämpfter Kohl flach über die Nudeln gedrückt, was eine viel leichtere Textur ergibt.
Wofür ist die Präfektur Shimane kulinarisch berühmt?
Shimane ist berühmt für dunkle, aromatische Izumo-Soba, erstklassige Shijimi (Süßwassermuscheln) aus dem Shinji-See und elegante traditionelle Wagashi (Süßigkeiten) aus Matsue.
Was ist Izumo-Soba aus Shimane?
Dunkle, sehr aromatische Buchweizennudeln. Traditionell isst man sie aus drei gestapelten roten Lackschalen (Wariko-Stil) und gießt die Brühe direkt über jede Schicht.










